Obwohl Calcio Kreuzlingen im Schweizer Cup den drei Ligen höher spielenden FC Tuggen dominiert, verlieren die Thurgauer – aber erst im Penaltyschiessen.
Ralf Rüthemann

2. Liga gegen Promotion League. Calcio Kreuzlingen hätte in der zweiten Cup-Hauptrunde gegen den FC Tuggen der klare Aussenseiter sein sollen, doch es war umgekehrt. Die Thurgauer dominierten das Spiel und liessen sich auch in der Verlängerung nicht gross anmerken, dass sie konditionell normalerweise auf einem viel tieferen Level unterwegs sind als die Schwyzer. 1:1 war der Spielstand sowohl nach 90 als auch nach 120 Minuten. Tuggen gewann dann im Penaltyschiessen – man darf sagen unverdient – mit 7:6.

«Ein riesengrosses Kompliment an die Kreuzlinger Spieler, sie sind unglaublich viel gelaufen und hätten sich den Sieg verdient», sagte Kreuzlingens Trainer David Fall nach dem Spiel. Seine Mannschaft sei mit viel Respekt vor dem Gegner in diesen Schweizer Cup-Sechzehntelfinal gegangen. «Doch wir haben an uns geglaubt und unser Spiel gemacht.» Zufrieden darf David Fall auf jeden Fall sein, auch wenn es am Schluss knapp nicht gereicht hat. Viel aus diesem Spiel könne er aber nicht ziehen, wie Fall sagt. «Ausser dass wir 120 Minuten Vollgas geben können. Aber ansonsten ist das eine andere Welt als in der 2.-Liga-Meisterschaft.»

Kopfball an den Pfosten in der 92. Minute

Vorwerfen kann man den Kreuzlingern nichts. Ausser vielleicht, dass sie ein paar 100prozentige Chancen nicht verwertet haben. Teilweise war aber auch viel Pech dabei. So zum Beispiel, als Denis Omerbegovic quasi mit dem Schlusspfiff in der 92. Minute den Ball durch einem Kopfball an den Pfosten beförderte. Auch der Elfmeter in der 25. Minute für den FC Tuggen, der wegen eines Handspiels gegeben wurde, war eher Pech als eine klare Entscheidung. Tuggens Santana verwertete den Penalty dann zum 1:0. Zuvor war Kreuzlingen bereits das dominierende Team und hatte Grosschancen durch Bouadoud und Anic. Auf der anderen Seite kam hingegen wenig. Nach weiteren Grosschancen Kreuzlingens fiel der verdiente Ausgleich dann in der 72. Minute: Alajdin Pajaziti stand goldrichtig und traf zum vielumjubelten 1:1.

Die Leistung der Kreuzlinger darf trotz der Niederlage als kleine Sensation gewertet werden, war das doch schon der zweite Promotion-League-Club nach Cham in der ersten Cuprunde, dem Calcio das Leben schwer machte.